Bava Kamma 19

Kapitel 19

א חומר בשור מבאש חומר באש מבשור
1 Beim Ochsen ist es schwerer als beim Feuer und beim Feuer ist es schwerer als beim Ochsen.
ב חומר בשור מבאש שהשור משלם כופר וחייב בשלשים של עבד נגמר דינו אסור בהנאה מסרו לחרש שוטה וקטן חייב מה שאין כן באש חומר באש מבשור שהאש מועדת מתחילתה מה שאין כן בשור
2 Beim Ochsen ist es schwerer als beim Feuer, denn wegen der Schädigung durch einen Ochsen ist das Lösegeld zu zahlen und die dreißig [Šeqel] für einen Sklaven, ist er abgeurteilt worden, so ist seine Nutznießung verboten, hat man, ihn einem Tauben, Blöden oder Minderjährigen anvertraut, so ist man ersatzpflichtig, was beim Feuer nicht der Fall ist. Beim Feuer ist es schwerer als beim Ochsen, denn beim Feuer gilt [der Eigentümer] schon erstmalig als verwarnt, was aber beim Ochsen nicht der Fall ist.
ג חומר באש מבבור וחומר בבור מבאש
3 Beim Feuer ist es schwerer als bei der Grube und bei der Grube ist es schwerer als beim Feuer.
ד חומר בבור מבאש שתחילת עשייתו לנזק מסרו לחרש שוטה וקטן חייב משא"כ באש חומר באש מבבור שהאש דרכה לילך ולהזיק ומועדת לאכול בין דבר הראוי לה ובין דבר שאינו ראוי לה מה שאין כן בבור
4 Bei der Grube ist es schwerer, denn sie ist von Anfang an Schaden anzurichten geeignet, und wenn man sie einem Tauben, Blöden oder Minderjährigen anvertraut hat, ist man ersatzpflichtig, was beim Feuer nicht der Fall ist. Beim Feuer ist es schwerer, denn das Feuer pflegt sich zu bewegen und Schaden anzurichten, und [der Eigentümer] gilt als verwarnt hinsichtlich der Verbrennung, einerlei ob es Dinge sind, die dafür empfänglich sind, oder Dinge, die dafür nicht empfänglich sind, was bei der Grube nicht der Fall ist. —
ה וליתני חומר בשור מבבור שהשור חייב בו את הכלים מה שאין כן בבור
5 Sollte er doch auch lehren, beim Ochsen sei es schwerer als bei der Grube, denn beim Ochsen ist man auch für Geräte ersatzpflichtig, was aber bei der Grube nicht der Fall ist!? —
ו הא מני ר' יהודה היא דמחייב על נזקי כלים בבור
6 Hier ist die Ansicht R. Jehudas vertreten, nach dem man bei der Grube auch für Geräte ersatzpflichtig ist. —
ז אי רבי יהודה אימא סיפא חומר באש מבבור שהאש דרכה לילך ולהזיק ומועד לאכול בין דבר הראוי לה ובין דבר שאינו ראוי לה מה שאין כן בבור דבר הראוי לה מאי נינהו עצים דבר שאין ראוי לה מאי נינהו כלים מה שאין כן בבור אי ר' יהודה הא אמרת מחייב היה ר' יהודה על נזקי כלים בבור
7 Wie ist, wenn hier die Ansicht R. Jehudas vertreten ist, der Schlußsatz zu erklären: beim Feuer ist es schwerer, denn das Feuer pflegt sich zu bewegen und Schaden anzurichten, und [der Eigentümer] gilt als verwarnt hinsichtlich der Verbrennung, einerlei ob es Dinge sind, die dafür empfänglich sind, oder Dinge, die dafür nicht empfänglich sind, was bei der Grube nicht der Fall ist. Was dafür empfänglich ist, ist wohl Holz, und was dafür nicht empfänglich ist, sind wohl Geräte, und bei der Grube ist dies nicht der Fall. Wieso kann nun hier die Ansicht R. Jehudas vertreten sein, du sagtest ja, nach R. Jehuda sei man bei der Grube auch für Geräte ersatzpflichtig!? —
ח אלא לעולם רבנן היא ותנא ושייר מאי שייר דהאי שייר שייר טמון
8 Vielmehr, tatsächlich ist hier die Ansicht der Rabbanan vertreten, nur lehrt er manches und läßt manches fort. — Was läßt er noch außerdem fort? — Er läßt noch das Verborgene fort.
ט איבעית אימא לעולם ר' יהודה ודבר שאין ראוי לה לאו לאתויי כלים אלא לאתויי ליחכה נירו וסכסכה אבניו
9 Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich ist hier die Ansicht R. Jehudas vertreten, nur sind unter ‘dafür nicht empfänglich’ nicht Geräte zu verstehen, sondern das Anbrennen eines Ackers oder das Ansengen von Steinen.
י מתקיף לה רב אשי ליתני חומר בשור מבבור שהשור חייב בו שור פסולי המוקדשין מה שאין כן בבור
10 R. Aši wandte ein: Sollte er auch lehren: schwerer ist es beim Ochsen, denn beim Ochsen ist man für einen für das Heiligtum untauglich gewordenen Ochsen ersatzpflichtig, was bei der Grube nicht der Fall ist!?
יא אי אמרת בשלמא רבנן היא איידי דשייר הך שייר נמי הך אלא אי אמרת ר' יהודה מאי שייר דהאי שייר
11 Allerdings läßt er, wenn du sagst, hier sei die Ansicht der Rabbanan vertreten, da er jenes fortläßt, auch dies fort, was aber läßt er, wenn du sagst, hier sei die Ansicht R. Jehudas vertreten, noch außerdem fort!? —
יב שייר דש בנירו אי משום דש בנירו לאו שיורא הוא דהתנא שכן דרכו לילך ולהזיק:
12 Er läßt das Zertreten eines Ackerfeldes fort. — Wenn nur das Zertreten eines Ackerfeldes, so ist dies keine Fortlassung, denn er lehrt ja: es ist seine Art, zu gehen und Schaden anzurichten.
יג הכשרתי במקצת נזקו:
13 H<small>ABE ICH DEN</small> S<small>CHADEN ZUM</small> T<small>EIL VERSCHULDET</small>.
יד תנו רבנן הכשרתי מקצת נזקו חבתי בתשלומי נזקו כהכשר כל נזקו כיצד החופר בור תשעה ובא אחר והשלימו לעשרה האחרון חייב
14 Die Rabbanan lehrten: Habe ich den Schaden zum Teil verschuldet, so bin ich ebenso ersatzpflichtig, als hätte ich den ganzen Schaden verschuldet. Zum Beispiel: wenn jemand eine Grube von neun [Handbreiten] gegraben hat, und darauf ein anderer sie auf zehn ergänzt, so ist der zweite ersatzpflichtig.
טו ודלא כרבי דתניא החופר בור תשעה ובא אחר והשלימו לעשרה אחרון חייב רבי אומר אחר אחרון למיתה אחר שניהם לנזקין
15 Also nicht nach Rabbi, denn es wird gelehrt: Wenn jemand eine Grube von neun [Handbreiten] gegraben hat, und ein anderer gekommen und sie auf zehn ergänzt, so ist der andere ersatzpflichtig, Rabbi sagt, der andere bei einem Todesfalle, beide bei einer Schädigung.
טז רב פפא אמר למיתה ודברי הכל
16 R. Papa erwiderte: Hier wird von einem Todesfälle gesprochen, nach aller Ansicht.
יז איכא דאמרי לימא דלא כרבי אמר רב פפא למיתה ודברי הכל
17 Manche lesen: Also nicht nach Rabbi? R. Papa erwiderte: Hier wird von einem Todesfalle gesprochen, nach aller Ansicht.
יח מתקיף לה רבי זירא ותו ליכא והא איכא מסר שורו לחמשה בני אדם ופשע בו אחד מהן והזיק חייב
18 R. Zera wandte ein: Gibt es denn weiter nichts mehr, es gibt ja noch folgenden Fall!? Wenn jemand seinen Ochsen fünf Menschen anvertraut, und er durch Verschulden des einen Schaden angerichtet hat, so ist dieser ersatzpflichtig. —
יט היכי דמי אילימא דבלאו איהו לא הוה מינטר פשיטא דאיהו קעביד אלא דבלאו איהו נמי מינטר מאי קעביד
19 In welchem Falle: wollte man sagen, wenn er ohne ihn nicht bewacht werden konnte, so ist es ja selbstverständlich, er hat es ja veranlagt, und wenn er auch ohne ihn bewacht werden konnte, so hat er ja nichts getan!?
כ מתקיף לה רב ששת והא איכא מרבה בחבילה
20 R. Šešeth wandte ein: Es gibt ja noch den Fall, wenn jemand das [Feuer]bündel vergrößert!? —
כא היכי דמי
21 In welchem Falle: